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Was kostet ein Haus 2026? Fertighaus und Massivhaus, Baukosten je Quadratmeter und alle Nebenkosten

Von Thomas Simmet, Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO

Stand: 10. Oktober 2026 · 12 Min. Lesezeit

Baupläne mit Münzen, Taschenrechner und gelbem Bauhelm auf einem Schreibtisch

Für neue Einfamilienhäuser, die 2025 in Bayern fertig wurden, veranschlagten die Bauherren im Schnitt 2.700 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, nur für das Gebäude selbst. Grundstück, Erschließung, Baunebenkosten, Außenanlagen und Küche kommen dazu. In unserer Beispielrechnung für 140 m² ergeben sich so rund 684.000 bis 688.000 Euro. Je Quadratmeter unterscheiden sich Fertighaus und Massivhaus in der Statistik kaum.

Das Wichtigste in Kürze

  • ·Die amtliche Statistik weist für neue Einfamilienhäuser in Bayern 2025 im Schnitt 2.700 Euro je m² Wohnfläche aus. Gemeint sind nur die Kosten des Gebäudes einschließlich Umsatzsteuer.
  • ·Fertigteilbau und konventioneller Bau lagen dort je Quadratmeter fast gleichauf, mit rund 2.680 und 2.710 Euro.
  • ·Der „ab“-Preis eines Fertighauses enthält meist weder Bodenplatte oder Keller noch Hausanschlüsse, Baunebenkosten, Außenanlagen und Küche.
  • ·Grunderwerbsteuer fällt bei getrennten Verträgen nur auf das Grundstück an. Sind Grundstückskauf und Hausbau eng verknüpft, kann sie auch auf die Baukosten anfallen.
  • ·KfW-Kredite für den Neubau gibt es 2026 nur für sehr effiziente Häuser ohne Öl- und Gasheizung, und der Antrag muss vor dem Baubeginn gestellt sein.

Aus welchen Kostenblöcken besteht ein Hausbau?

Architekten und Statistikämter teilen Baukosten nach der Norm DIN 276 ein. Sie gliedert ein Bauvorhaben in acht Kostengruppen. Wer die Gruppen kennt, sieht schnell, welcher Teil eines Angebots fehlt.

In der amtlichen Statistik meinen die Baukosten je Quadratmeter nur die Kostengruppen 300 und 400, also das Haus selbst. Alles andere steht in einem Angebot oft gar nicht drin, gehört aber zu dem Betrag, den Sie finanzieren oder aus Eigenkapital bezahlen müssen.

KostengruppeBezeichnungBeispiele beim Einfamilienhaus
100GrundstückKaufpreis, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, Vermessung beim Kauf
200Vorbereitende MaßnahmenGrundstück herrichten, zum Beispiel Abriss oder Rodung, Erschließung und Anschlüsse
300Bauwerk, BaukonstruktionenErdarbeiten, Bodenplatte oder Keller, Wände, Decken, Dach, Fenster, Innenausbau
400Bauwerk, Technische AnlagenHeizung, Sanitär, Elektro, Lüftung
500Außenanlagen und FreiflächenZufahrt, Stellplatz, Wege, Terrasse, Zaun, Garten
600Ausstattung und KunstwerkeMöbel und Einrichtung, die nicht fest eingebaut ist
700BaunebenkostenPlanung, Statik, Gutachten, Genehmigung, Versicherungen
800FinanzierungZinsen bis zum Einzug, Bereitstellungszinsen, Notar für die Grundschuld
Vereinfachte Darstellung der Gliederung nach DIN 276. Quelle: Baunetz Wissen, „DIN 276: Kosten im Bauwesen“, abgerufen am 10.10.2026.

Bauen oder kaufen: beide Wege im Vergleich

Was kostet ein Haus je Quadratmeter Wohnfläche?

Belastbare Zahlen liefert die amtliche Bautätigkeitsstatistik. Jeder Bauherr gibt im Bauantrag an, was das Gebäude voraussichtlich kosten wird. Die Statistikämter rechnen daraus Durchschnittswerte je Quadratmeter Wohnfläche. Erfasst sind die Kostengruppen 300 und 400 einschließlich Umsatzsteuer, also Rohbau, Ausbau und Haustechnik, bei Häusern mit Keller auch der Keller. Grundstück, Außenanlagen und Baunebenkosten sind nicht enthalten.

Das Bayerische Landesamt für Statistik weist diese Werte für Einfamilienhäuser getrennt aus, auch für Häuser im Fertigteilbau. Für Rheinland-Pfalz gibt es einen Wert für alle neuen Wohngebäude. Die beiden Länder zeigen, wie stark die Kosten je Region auseinandergehen.

Zwei Einschränkungen sollten Sie kennen. Die Werte sind Schätzungen der Bauherren zum Zeitpunkt der Genehmigung, und zwischen Genehmigung und Fertigstellung vergehen bei Wohngebäuden im Schnitt 27 Monate. Und die Preise steigen weiter: Laut Statistischem Bundesamt kostete der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im August 2026 5,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für ein Haus, das Sie heute planen, liegen die Kosten deshalb eher über den Werten der Tabelle.

Gebiet und JahrGebäudeVeranschlagte Baukosten je m² Wohnfläche
Bayern, fertiggestellt 2025Neue Wohngebäude mit 1 Wohnung, alle Bauweisen2.700 €
Bayern, fertiggestellt 2025davon im Fertigteilbaurund 2.680 €
Bayern, fertiggestellt 2025davon konventionell gebautrund 2.710 €
Rheinland-Pfalz, fertiggestellt 2025Alle neuen Wohngebäude2.320 €
Rheinland-Pfalz, fertiggestellt 2024Alle neuen Wohngebäude2.168 €
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistischer Bericht F2200C 202500, Baufertigstellungen in Bayern 2025 (Mai 2026), Abb. 3 und Tabelle 5; Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Mitteilung vom 13.05.2026. Werte für Fertigteilbau und konventionellen Bau eigene Rechnung aus Kosten und Wohnfläche der Tabellen. Kostengruppen 300 und 400 einschließlich Umsatzsteuer, ohne Grundstück, Außenanlagen und Baunebenkosten.

Ist ein Fertighaus günstiger als ein Massivhaus?

Nach den bayerischen Zahlen kaum. Neue Einfamilienhäuser im Fertigteilbau kamen 2025 auf rund 2.680 Euro je Quadratmeter, konventionell gebaute auf rund 2.710 Euro. Die Fertighäuser waren im Schnitt mit rund 148 m² kleiner als die übrigen mit rund 171 m² und kosteten deshalb je Haus weniger. Der Quadratmeterpreis selbst unterscheidet sich kaum.

Die Unterschiede liegen woanders. Ein Fertighaus entsteht zum großen Teil im Werk. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau steht ein kleines Haus mitunter nach einem Tag wetterfest auf der Bodenplatte, ein größeres im Schnitt nach zwei Tagen. Die kurze Zeit auf der Baustelle kann Bereitstellungszinsen und doppelte Wohnkosten senken. Beim Massivhaus entsteht das Gebäude dagegen Schicht für Schicht vor Ort.

Gefragt ist der Fertigbau trotzdem: 2025 entfielen laut Branchenverband 26,5 Prozent der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser auf Fertighäuser, auf Basis der amtlichen Zahlen. Welche Bauweise für Sie passt, hängt mehr vom Grundstück, Ihrem Zeitplan und Ihren Wünschen ab als vom Quadratmeterpreis.

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Was fehlt im „ab“-Preis eines Fertighauses?

Hersteller werben oft mit einem Preis „ab“ für ein Grundmodell. Dieser Preis gilt meist ab Oberkante Bodenplatte oder Keller und für eine Grundausstattung. Was darüber hinausgeht, zahlen Sie zusätzlich. Typisch fehlen diese Posten:

  • ·Bodenplatte oder Keller samt Erdarbeiten. Der Branchenverband weist selbst darauf hin, dass vor der Montage ein Keller oder eine Bodenplatte fertig sein muss.
  • ·Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation sowie die Gebühren der Versorger.
  • ·Baunebenkosten wie Vermessung, Bodengutachten, Baugenehmigung und Versicherungen.
  • ·Außenanlagen: Zufahrt, Stellplatz oder Garage, Wege, Terrasse, Zaun und Garten.
  • ·Küche und oft auch Bodenbeläge oder Malerarbeiten, wenn sie in der Baubeschreibung nicht ausdrücklich stehen.
  • ·Aufpreise für Sonderwünsche, etwa größere Fenster, ein anderes Bad oder eine bessere Heizung.

Bausatz, Ausbauhaus oder schlüsselfertig: Was bedeutet welche Ausbaustufe?

Fertighäuser und viele Massivhäuser gibt es in mehreren Ausbaustufen. Je weniger der Anbieter übernimmt, desto niedriger der Angebotspreis. Die übrigen Arbeiten kosten aber trotzdem Geld, Material und Zeit, auch wenn Sie selbst Hand anlegen.

AusbaustufeWas der Anbieter liefertWas offen bleibt
BausatzhausBauteile und Material, oft mit AnleitungAufbau, Ausbau und Technik durch Sie oder eigene Handwerker
AusbauhausGeschlossene Hülle mit Dach, Fenstern und Außentüren, je nach Vertrag Teile der TechnikInnenausbau wie Estrich, Trockenbau, Fliesen, Böden, Malerarbeiten, teils Sanitär und Elektro
SchlüsselfertigBezugsfertiges Haus nach Bau- und LeistungsbeschreibungBodenplatte oder Keller, Anschlüsse, Außenanlagen, Küche, wenn nicht ausdrücklich enthalten
Welche Leistungen enthalten sind, ergibt sich allein aus der Baubeschreibung des jeweiligen Angebots.

Wie viel Grunderwerbsteuer fällt beim Hausbau an?

Kaufen Sie ein Grundstück und beauftragen Sie den Hausbau getrennt und frei, fällt die Grunderwerbsteuer nur auf den Kaufpreis des Grundstücks an. Die Höhe des Satzes legt jedes Bundesland selbst fest.

Anders ist es, wenn Grundstück und Haus zusammengehören. Der Bundesfinanzhof hat entschieden: Ist der Käufer beim Kauf schon an das „Ob“ und „Wie“ der Bebauung gebunden, wird das Grundstück im bebauten Zustand erworben, sobald der Bauvertrag geschlossen ist. Dann zählen auch die Baukosten zur Bemessungsgrundlage (Urteil vom 25.01.2017, II R 19/15). Das kann etwa Grundstücke betreffen, die nur zusammen mit einem bestimmten Haus angeboten werden.

Der Unterschied ist groß. Bei 5 Prozent Steuersatz zahlen Sie für ein Grundstück zu 150.000 Euro 7.500 Euro. Zählen 415.000 Euro Baukosten dazu, sind es 28.250 Euro, also 20.750 Euro mehr.

Grunderwerbsteuer: Sätze aller Bundesländer

Welche Baunebenkosten kommen dazu?

Baunebenkosten sind alles, was nicht selbst Baustoff oder Arbeit am Haus ist. Ihre Höhe hängt stark davon ab, wer plant und was im Angebot schon enthalten ist. Typische Posten:

  • ·Planung: Bei Typenhäusern ist die Planung oft im Preis enthalten. Beauftragen Sie einen Architekten, richtet sich das Honorar nach § 7 HOAI nach der Vereinbarung in Textform. Fehlt sie, gilt der Basishonorarsatz. Architekten müssen Verbraucher vorher in Textform darauf hinweisen, dass auch ein höheres oder niedrigeres Honorar als in den Honorartafeln vereinbart werden kann.
  • ·Statik und Nachweise: Tragwerksplanung, Wärmeschutz- und Energienachweis, soweit nicht im Angebot.
  • ·Vermessung: Lageplan für den Bauantrag, Absteckung vor Baubeginn und Einmessung nach Fertigstellung.
  • ·Baugenehmigung: Gebühren des Bauamts, die je nach Land und Gemeinde unterschiedlich ausfallen.
  • ·Bodengutachten: Es zeigt, ob der Boden trägt und wie hoch das Grundwasser steht. Davon hängen Bodenplatte, Keller und Abdichtung ab.
  • ·Versicherungen: Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung, dazu ein Schutz gegen Feuer schon während der Bauphase.
  • ·Bauzeit- und Bereitstellungszinsen: Bis das Darlehen ganz ausgezahlt ist, zahlen Sie Zinsen auf den abgerufenen Teil. Für den noch nicht abgerufenen Teil verlangen die meisten Banken nach Angaben der Stiftung Warentest 0,25 Prozent im Monat, also 3 Prozent im Jahr, sobald die bereitstellungszinsfreie Zeit vorbei ist.

Bauzinsen heute und ihre Entwicklung

Wie groß sollte der Puffer für Unvorhergesehenes sein?

Fast jeder Bau bringt Überraschungen: ein schlechterer Boden als gedacht, Sonderwünsche während des Baus, Preissteigerungen bei Gewerken, die noch nicht fest vergeben sind. Einen festen Prozentsatz dafür schreibt keine Norm vor. In unserer Beispielrechnung setzen wir 7 Prozent der Kosten für Haus und Bodenplatte an.

Planen Sie den Puffer von Anfang an in die Finanzierung ein. Ein Nachfinanzierungswunsch mitten im Bau ist teurer und schwieriger als ein ausreichender Rahmen beim ersten Darlehen. Wird der Puffer nicht gebraucht, können Sie ihn für eine Sondertilgung nutzen, sofern Ihr Vertrag das erlaubt.

Beispielrechnung: Was kostet ein Haus mit 140 m² insgesamt?

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel mit Annahmen, keine Durchschnittswerte und kein Angebot. Beide Häuser haben 140 m² Wohnfläche, keinen Keller und stehen auf demselben Grundstück. Planung und Bauantrag sind in beiden Angeboten enthalten. Das Fertighaus kostet laut Angebot 385.000 Euro ab Oberkante Bodenplatte, die Bodenplatte kommt mit 30.000 Euro dazu. Das Massivhaus kostet 415.000 Euro einschließlich Bodenplatte. Das Gebäude kostet damit in beiden Fällen rund 2.960 Euro je Quadratmeter, etwas mehr als die bayerischen Werte von 2025, weil die Preise seitdem gestiegen sind.

Den Unterschied machen in diesem Beispiel die Zinsen während der Bauzeit. Wir nehmen an, dass das Fertighaus sechs Monate nach Baubeginn bezugsfertig ist und das Massivhaus nach zehn Monaten. Zahlen Sie in dieser Zeit 1.200 Euro Miete im Monat, kommen beim Fertighaus 7.200 Euro und beim Massivhaus 12.000 Euro dazu. Die Miete steht nicht in der Tabelle, weil sie nicht finanziert wird.

Posten (Annahme)FertighausMassivhaus
Grundstück, 600 m²150.000 €150.000 €
Grunderwerbsteuer, 5 % aufs Grundstück7.500 €7.500 €
Notar und Grundbuch, 2 % des Grundstückspreises3.000 €3.000 €
Haus laut Angebot, schlüsselfertig385.000 €415.000 €
Bodenplatte mit Erdarbeiten30.000 €im Angebot enthalten
Hausanschlüsse20.000 €20.000 €
Vermessung, Bodengutachten, Genehmigung, Nachweise11.000 €11.000 €
Versicherungen und Bausachverständiger4.000 €4.000 €
Bereitstellungs- und Bauzeitzinsen4.000 €8.000 €
Außenanlagen25.000 €25.000 €
Küche15.000 €15.000 €
Puffer, 7 % von 415.000 €29.050 €29.050 €
Summe683.550 €687.550 €
Eigenes Rechenbeispiel von Immobilienwerk, Stand 10.10.2026. Alle Beträge sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine statistischen Durchschnittswerte. Ihre Kosten hängen von Region, Grundstück, Haus und Ausstattung ab.

Ihr Budget für den Hausbau berechnen

Welche Förderung gibt es 2026 für den Neubau?

Die KfW fördert den Neubau mit zinsgünstigen Krediten, nicht mit Zuschüssen. Das Grundstück ist in keinem der Programme förderfähig. Stand 10.10.2026 gibt es für selbst genutzte Einfamilienhäuser vor allem zwei Wege.

Der Klimafreundliche Neubau (Programm 297/298) fördert Häuser im Standard Effizienzhaus 40 mit bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit, mit Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) mit bis zu 150.000 Euro. Öl-, Gas- und Biomasseheizungen sind dabei ausgeschlossen. Seit Ende 2025 gibt es wieder eine Stufe Effizienzhaus 55 mit bis zu 100.000 Euro, die nur Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien zulässt und eine gültige Baugenehmigung vor dem Antrag verlangt.

Wohneigentum für Familien (Programm 300) richtet sich an Haushalte mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht übersteigen, die Grenze steigt um 10.000 Euro je weiterem Kind. Gefördert wird ebenfalls der Standard Effizienzhaus 40, mit Höchstbeträgen von 170.000 bis 270.000 Euro je nach Kinderzahl und QNG.

Für beide Programme gilt: Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein. Verträge mit Anbietern dürfen Sie vorher grundsätzlich nur mit einer aufschiebenden Bedingung schließen. Die Zinssätze ändern sich laufend, und einen Rechtsanspruch auf die Förderung gibt es nicht. Dazu kommen Programme der Länder und Gemeinden.

Förderkompass: passende Programme für Ihr Vorhaben finden

Wie lange dauert der Bau eines Hauses?

Von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vergingen bei Wohnungen in neuen Wohngebäuden, die 2025 fertig wurden, laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 27 Monate. 2020 waren es noch 20 Monate. Der Wert umfasst alle Wohngebäude, auch Mehrfamilienhäuser.

Beim Fertighaus ist die Zeit auf der Baustelle kurz. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau sind innerhalb von zwei Wochen nach der Montage meist auch Dach, Feinputz und wesentliche Teile der Haustechnik fertig, manche Häuser werden weniger als drei Monate nach Baubeginn übergeben. Davor liegen aber Grundstückssuche, Planung, Baugenehmigung und die Bodenplatte. Wie lange Grundstückssuche und Genehmigung dauern, hängt laut BDF stark von der Region ab.

Wichtig für Ihre Planung: Bei einem Bauvertrag mit einem Unternehmer muss die Baubeschreibung nach Art. 249 § 2 EGBGB verbindliche Angaben zum Zeitpunkt der Fertigstellung enthalten. Steht der Baubeginn noch nicht fest, muss die Bauzeit angegeben sein. Auf diesen Termin können Sie die Kündigung Ihrer Wohnung abstimmen.

Welche Fehler machen Bauherren bei der Kostenplanung am häufigsten?

  • ·Mit dem „ab“-Preis rechnen statt mit dem Preis für das Haus, das Sie wirklich wollen.
  • ·Baukosten je Quadratmeter mit Gesamtkosten verwechseln. In unserem Beispiel entfallen fast 40 Prozent der Summe auf alles außer Haus und Bodenplatte.
  • ·Bodenplatte, Keller und Hausanschlüsse vergessen, weil sie im Hausangebot nicht stehen.
  • ·Kein Bodengutachten einholen und später für eine aufwendigere Gründung oder Abdichtung nachzahlen.
  • ·Die doppelte Belastung aus Miete und Kreditzinsen während der Bauzeit nicht einplanen.
  • ·Den KfW-Antrag erst nach dem Baubeginn stellen und die Förderung damit verlieren.
  • ·Keinen Puffer einplanen und mitten im Bau nachfinanzieren müssen.

Wie vergleichen Sie Angebote für Fertighaus und Massivhaus richtig?

Zwei Angebote mit ähnlichem Endpreis können sehr unterschiedliche Häuser beschreiben. Gehen Sie deshalb Schritt für Schritt vor:

  • 1.Bau- und Leistungsbeschreibungen nebeneinanderlegen. Bei einem Verbraucherbauvertrag muss der Unternehmer Ihnen eine Baubeschreibung geben, die die wesentlichen Eigenschaften des Hauses klar darstellt.
  • 2.Den Startpunkt prüfen: ab Oberkante Bodenplatte, ab Keller oder einschließlich Gründung.
  • 3.Gleiche Wohnfläche ansetzen und klären, wie sie berechnet wurde, etwa mit Dachschrägen und Terrassen.
  • 4.Haustechnik vergleichen: Art der Heizung, Effizienzhaus-Stufe und ob die Werte für die KfW-Förderung reichen.
  • 5.Alle Posten der Kostengruppen 200 bis 800 ergänzen, die im Angebot fehlen, und mit eigenen Annahmen beziffern.
  • 6.Zahlungsplan, Festpreisdauer und den verbindlichen Fertigstellungstermin vergleichen.
  • 7.Erst dann die Gesamtsummen gegenüberstellen und mit dem Finanzierungsrahmen abgleichen.

Baufinanzierung für Ihren Hausbau besprechen

Quellen

  1. 1.Bayerisches Landesamt für Statistik: Baufertigstellungen in Bayern 2025, Statistischer Bericht F2200C 202500 (Mai 2026)
  2. 2.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Erneut massiver Rückgang bei den Fertigstellungen im Wohnungsneubau (13.05.2026)
  3. 3.Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude im August 2026, Pressemitteilung Nr. 360 vom 09.10.2026
  4. 4.Statistisches Bundesamt: Baufertigstellungen 2025, Pressemitteilung Nr. 174 vom 22.05.2026
  5. 5.Baunetz Wissen: DIN 276, Kosten im Bauwesen
  6. 6.Bundesverband Deutscher Fertigbau: Fertigbau kommt schneller aus der Baukrise (09.03.2026)
  7. 7.Bundesverband Deutscher Fertigbau: Wie lange dauert ein Fertighausbau? (16.03.2021)
  8. 8.Bundesfinanzhof: Urteil vom 25.01.2017, II R 19/15 (Grunderwerbsteuer, Bauerrichtungsvertrag)
  9. 9.Grunderwerbsteuergesetz, § 9 Gegenleistung
  10. 10.Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, § 7 Honorarvereinbarung
  11. 11.EGBGB Art. 249 § 2: Inhalt der Baubeschreibung im Verbraucherbauvertrag
  12. 12.Stiftung Warentest: Überhöhte Bereitstellungszinsen vermeiden (04.11.2025)
  13. 13.KfW: Klimafreundlicher Neubau Wohngebäude (297, 298)
  14. 14.KfW: Wohneigentum für Familien (300)

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Zahlen und Rechtsstand wie oben angegeben.

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