Zum Inhalt springen
Immobilienwerk, die All-in-One-Lösung für Ihr Immobilienprojekt

Dachgeschoss ausbauen: Genehmigung, Vorschriften, Kosten

Von Thomas Simmet, Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO

Stand: 11. Oktober 2026 · erstmals erschienen am 14. September 2026 · 14 Min. Lesezeit

Zwei Personen besprechen Baupläne, die vor ihnen ausgebreitet liegen

Ob Sie für den Ausbau eine Baugenehmigung brauchen, regelt die Bauordnung Ihres Bundeslandes. Grundsätzlich ist ein Verfahren nötig. In Bayern ist der Ausbau zu Wohnzwecken unter Bedingungen verfahrensfrei, in Berlin genügt oft eine Genehmigungsfreistellung. Die Vorschriften gelten in jedem Fall: Raumhöhe, Tageslicht, zweiter Rettungsweg, Statik, Brand-, Wärme- und Schallschutz.

Das Wichtigste in Kürze

  • ·Ein Dachboden, der zu Wohnraum wird, ändert seine Nutzung. Ob dafür ein Bauantrag, eine Anzeige oder gar kein Verfahren nötig ist, hängt vom Bundesland und vom Bebauungsplan ab.
  • ·Auch ohne Genehmigung müssen alle Vorschriften eingehalten werden. Prüft vorher niemand, tragen Sie das Risiko allein.
  • ·Aufenthaltsräume im Dach brauchen nach der Musterbauordnung 2,20 m lichte Höhe über mindestens der Hälfte der Fläche, Fenster mit mindestens einem Achtel der Raumfläche und einen zweiten Rettungsweg.
  • ·Beim Wärmeschutz gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das frühere Gebäudeenergiegesetz. Für gedämmte Dachflächen nennt es einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K).
  • ·Die Dämmung kann das BAFA mit 15 Prozent bezuschussen. Der Antrag gehört vor den Beginn der Arbeiten.

Brauche ich für den Dachausbau eine Baugenehmigung?

Die Bauordnungen der 16 Länder orientieren sich an der Musterbauordnung (MBO), die die Bauministerkonferenz als Vorlage beschließt. Nach ihr brauchen Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung grundsätzlich eine Baugenehmigung (§ 59 Abs. 1 MBO). Für den Dachausbau sieht die MBO eine Erleichterung vor: Liegt das Haus im unbeplanten Innenbereich nach § 34 BauGB, kann der Ausbau zu Wohnzwecken einschließlich neuer Gauben in die Genehmigungsfreistellung fallen (§ 62 Abs. 1 Nr. 2 MBO). Sie reichen dann die Unterlagen bei der Gemeinde ein und dürfen nach einem Monat beginnen, wenn diese kein Verfahren verlangt.

Die Länder setzen das unterschiedlich um. In Bayern sind Dachgeschossausbauten zu Wohnzwecken samt Dachgauben verfahrensfrei, wenn Konstruktion und äußere Gestalt des Gebäudes im Übrigen unverändert bleiben (Art. 57 Abs. 1 Nr. 18 BayBO). Der Ausbau muss der Gemeinde zwei Wochen vor Baubeginn in Textform angezeigt werden (Art. 57 Abs. 7 BayBO). In Berlin fällt der Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnzwecken mit Gauben im Bereich des § 34 BauGB unter die Genehmigungsfreistellung nach § 62 BauO Bln, sofern die Erschließung gesichert ist.

Wichtig ist der Satz, den alle Bauordnungen kennen: Wer kein Genehmigungsverfahren braucht, muss trotzdem alle öffentlich-rechtlichen Anforderungen einhalten, und die Bauaufsicht kann weiterhin eingreifen (§ 59 Abs. 2 MBO). Wird eine Anlage im Widerspruch zu diesen Vorschriften genutzt, kann die Behörde die Nutzung untersagen (§ 80 MBO).

Partnerangebot: Die Leistungen erbringt die Nutzuu GmbH, ein Architekturbüro aus Karlsruhe. Beauftragen Sie dort, erhält Immobilienwerk eine Provision, Ihr Preis bleibt derselbe. Preise inkl. MwSt., Stand 09/2026, verbindlich ist das Angebot von Nutzuu.

Welche Vorschriften muss das ausgebaute Dach erfüllen?

Die folgende Übersicht nennt die Anforderungen, an denen Dachausbauten in der Praxis am häufigsten hängen. Die Werte stammen aus der Musterbauordnung. Maßgeblich ist die Bauordnung Ihres Landes, und die weicht im Detail ab.

AnforderungWorum es gehtWer prüft oder weist nach
VerfahrenBauantrag, Genehmigungsfreistellung, Anzeige oder verfahrensfrei, je nach Land und LageBauaufsicht oder Gemeinde, vorbereitet vom Entwurfsverfasser
RaumhöheIm Dachraum 2,20 m über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche, Raumteile bis 1,50 m zählen nicht mitArchitekt im Entwurf, Bauaufsicht im Verfahren
TageslichtFensteröffnungen im Rohbaumaß mindestens ein Achtel der Netto-RaumflächeArchitekt im Entwurf
TreppeFeste Treppe zum ausgebauten Dachraum, eine Einschubtreppe reicht nichtArchitekt, Bauaufsicht
Zweiter RettungswegZweite Treppe oder ein Fenster, das die Feuerwehr erreichtBrandschutznachweis, je nach Gebäudeklasse geprüft
StatikTragen Decke und Dachstuhl die neue Nutzung, Estrich, Gauben, Dämmung?Tragwerksplaner mit Standsicherheitsnachweis
WärmeschutzAnforderungen des GModG an neue beheizte Räume und an gedämmte BauteileEnergieberater oder Fachplaner
SchallschutzLuft- und Trittschall zu Räumen und Wohnungen darunterFachplaner, Schallschutznachweis
AbstandsflächenGauben zählen bei der Wandhöhe mit, Bebauungsplan und Satzungen können Gauben begrenzenArchitekt, Bauaufsicht oder Gemeinde
EigentümergemeinschaftZustimmung bei Eingriff in Gemeinschaftseigentum, Sondereigentum nur mit GrundbucheintragEigentümerversammlung, Notar, Grundbuchamt
Quelle: Musterbauordnung, Fassung November 2002, zuletzt geändert durch Beschluss der Bauministerkonferenz vom 26./27.09.2024 (§§ 6, 33, 34, 37, 47, 66), Gebäudemodernisierungsgesetz und Wohnungseigentumsgesetz. Stand 11.10.2026.

Wann gilt ein Raum unter dem Dach als Aufenthaltsraum?

Aufenthaltsräume sind Räume, in denen Menschen sich länger aufhalten, also Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer, Arbeitszimmer und Küchen. Für sie verlangt die MBO eine lichte Raumhöhe von 2,40 m. Im Dachraum genügen 2,20 m über mindestens der Hälfte der Netto-Raumfläche, Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,50 m bleiben dabei außer Betracht (§ 47 Abs. 1 MBO). Für Wohngebäude der Gebäudeklassen 1 und 2, also Häuser bis 7 m Höhe mit höchstens zwei Wohnungen, gelten diese Mindesthöhen nach der MBO nicht.

Berlin ist strenger: Dort brauchen Aufenthaltsräume im Dachraum 2,30 m über mindestens der Hälfte ihrer Netto-Grundfläche, im übrigen Haus seit dem Schneller-Bauen-Gesetz 2,40 m statt früher 2,50 m (§ 47 BauO Bln). Ein Dach, das in einem Land genügt, kann im anderen zu niedrig sein.

Jeder Aufenthaltsraum braucht Tageslicht und Lüftung. Die Fensteröffnungen müssen im Rohbaumaß mindestens ein Achtel der Netto-Raumfläche erreichen (§ 47 Abs. 2 MBO). Ein Raum mit 16 m² braucht also Fenster mit mindestens 2 m² Rohbauöffnung. Dazu kommen eine feste Treppe, denn Einschubtreppen sind als notwendige Treppen unzulässig (§ 34 MBO), und Rauchwarnmelder in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren dorthin (§ 48 Abs. 4 MBO).

Wie kommt man im Brandfall aus dem Dachgeschoss?

Jedes Geschoss mit Aufenthaltsräumen braucht zwei voneinander unabhängige Rettungswege. Der erste führt über die notwendige Treppe, der zweite kann eine weitere Treppe oder eine Stelle sein, die die Feuerwehr mit ihren Rettungsgeräten erreicht (§ 33 MBO). Im Dachgeschoss ist das meist ein Fenster.

Ein solches Rettungsfenster muss im Lichten mindestens 0,90 m breit und 1,20 m hoch sein und darf höchstens 1,20 m über dem Fußboden liegen. Sitzt es in der Dachschräge oder in einer Gaube, darf seine Unterkante oder ein Austritt davor waagerecht gemessen nicht mehr als 1 m von der Traufkante entfernt sein (§ 37 Abs. 5 MBO). Kleine Dachflächenfenster erfüllen das oft nicht.

Ein Ausbau kann das Haus in eine höhere Gebäudeklasse bringen, etwa wenn eine dritte Wohnung entsteht. Mit der Gebäudeklasse steigen die Anforderungen an den Feuerwiderstand von Wänden, Decken und Treppenraum. Berlin erleichtert das für Bestandsgebäude: Dort genügen nach § 48 Abs. 6 BauO Bln für die bestehende Konstruktion unter Bedingungen die Anforderungen der Gebäudeklasse 3, wenn ein Dachausbau zu Wohnzwecken das Haus in die Gebäudeklasse 4 bringt.

Trägt die alte Decke den neuen Wohnraum?

Die Balkenlage eines Dachbodens war oft nur für Lagerung gedacht. Mit Estrich, Trennwänden, Bad, Möbeln und Menschen wächst die Last, und Gauben greifen in den Dachstuhl ein. Jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren Teilen standsicher sein, ohne die Nachbargebäude zu gefährden (§ 12 MBO).

Den Nachweis darüber erstellt ein Tragwerksplaner. Bei kleineren Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 muss das nach der MBO eine Person mit entsprechendem Studium und mindestens drei Jahren Berufserfahrung in der Tragwerksplanung sein, die in einer Liste eingetragen ist (§ 66 Abs. 2 MBO). Auch eine Aufsparrendämmung kann einen statischen Nachweis nötig machen, weil sie Gewicht auf die Sparren bringt.

Welche Dämmung verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz?

Das frühere Gebäudeenergiegesetz heißt inzwischen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Wird ein Gebäude um beheizte Räume ausgebaut, darf bei Wohngebäuden der Transmissionswärmeverlust der Außenbauteile dieser neuen Räume das 1,2-Fache des Wertes eines Referenzgebäudes nicht überschreiten. Kommen mehr als 50 m² zusammenhängende Nutzfläche hinzu, gilt zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz (§ 39 GModG). Gerade unter dem Dach ist der Hitzeschutz im Sommer wichtig.

Werden an beheizten Räumen Außenbauteile erneuert, ersetzt oder erstmals eingebaut, gelten die Höchstwerte der Anlage 7 (§ 36 GModG). Für Dachflächen samt Gauben sowie für Decken und Wände zu unbeheizten Dachräumen, auch Abseitenwände, sind das 0,24 W/(m²K), für neue Dachflächenfenster 1,4 W/(m²K). Ausgenommen sind Änderungen, die höchstens 10 Prozent der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe betreffen.

Technisch gibt es zwei Wege. Die Dämmung zwischen den Sparren von innen ist günstiger, muss aber sehr sorgfältig ausgeführt werden, weil leicht Wärmebrücken entstehen. Die Dämmung auf den Sparren ist wirksamer und teurer und bietet sich an, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert wird. In beiden Fällen braucht das Dach raumseitig eine luftdichte Schicht, besonders an den Anschlüssen zu Giebelwand und Fenstern, sonst sammelt sich Feuchte in der Konstruktion. In einigen Ländern gilt zudem bei Dachausbau oder Dachsanierung eine Solarpflicht.

Was müssen Sie beim Schallschutz beachten?

Gebäude müssen einen ihrer Nutzung entsprechenden Schallschutz haben (§ 15 Abs. 2 MBO). Beim Ausbau betrifft das vor allem den Trittschall: Schritte, Stühle und Waschmaschine im neuen Geschoss sind darunter zu hören, wenn auf eine alte Holzbalkendecke nur ein neuer Boden gelegt wird.

Im Einfamilienhaus ist das eine Frage des Komforts. Liegt unter dem neuen Dachgeschoss eine fremde Wohnung, etwa im Mehrfamilienhaus oder in einer Eigentümergemeinschaft, wird es zur Pflicht und oft zum Streitpunkt. Ein vom Tragwerk entkoppelter Fußbodenaufbau hilft, bringt aber Gewicht und Aufbauhöhe mit, die später bei der Raumhöhe fehlt. Planen Sie Schallschutz, Statik und Raumhöhe deshalb zusammen.

Was gilt bei Gauben für Abstandsflächen und Bebauungsplan?

Vor den Außenwänden eines Gebäudes müssen Abstandsflächen frei bleiben. Ihre Tiefe richtet sich nach der Wandhöhe, Dächer mit weniger als 70 Grad Neigung zählen zu einem Drittel mit, und das gilt für Dachaufbauten entsprechend (§ 6 Abs. 4 MBO). Die Tiefe beträgt in der Regel 0,4 H, mindestens 3 m (§ 6 Abs. 5 MBO). Eine große Gaube nah an der Grundstücksgrenze kann deshalb an den Abständen scheitern.

Dazu kommt das Planungsrecht. Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen können Dachform, Gaubenbreite oder die Zahl der Vollgeschosse begrenzen. Ein Ausbau mit großen Gauben kann aus dem Dachgeschoss ein Vollgeschoss machen. Ob das zulässig ist, sagt der Bebauungsplan oder, wo es keinen gibt, die Umgebungsbebauung.

Welche Pflichten entfallen beim Ausbau im Bestand?

Die MBO erleichtert den Ausbau rechtmäßig bestehender Gebäude an drei Stellen. Die Pflicht, Stellplätze herzustellen, entfällt, wenn in einem Gebäude, das zu einem vom Land festgelegten Stichtag rechtmäßig bestand, Wohnraum durch Ausbau des Dachraums entsteht (§ 49 Abs. 1 MBO). Ein Aufzug ist beim nachträglichen Ausbau des obersten Geschosses auch in Häusern über 13 m Höhe nicht nötig (§ 39 Abs. 4 MBO). Und die Pflicht zu barrierefreien Wohnungen gilt nicht, wenn zusätzliche Wohnungen durch nachträglichen Ausbau des Dachgeschosses entstehen (§ 50 Abs. 1 MBO).

Ob Ihr Land diese Regeln übernommen hat, steht in seiner Bauordnung. Die Stellplatzpflicht regeln manche Länder zudem über Satzungen der Gemeinden. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach, bevor Sie mit einer Ablöse oder einem zusätzlichen Stellplatz rechnen.

Was gilt in einer Eigentümergemeinschaft?

In einem Haus mit Eigentumswohnungen gehört der Dachboden meist zum Gemeinschaftseigentum. Teile des Gebäudes, die für seinen Bestand oder seine Sicherheit erforderlich sind, also Dach, Dachstuhl und tragende Decken, können ohnehin nicht Sondereigentum sein (§ 5 Abs. 2 WEG).

Maßnahmen, die über die Erhaltung hinausgehen, sind bauliche Veränderungen. Die Eigentümer können sie beschließen oder einem einzelnen Eigentümer durch Beschluss gestatten (§ 20 Abs. 1 WEG). Bauliche Veränderungen, die die Wohnanlage grundlegend umgestalten oder einen Eigentümer ohne sein Einverständnis unbillig benachteiligen, dürfen nicht beschlossen werden (§ 20 Abs. 4 WEG). Prüfen Sie zuerst die Teilungserklärung und die Gemeinschaftsordnung: Manchmal regeln sie ein Ausbaurecht schon.

Soll aus dem Dachboden eigenes Sondereigentum oder eine neue Wohnung werden, reicht ein Beschluss nicht. Sondereigentum entsteht nur durch Einigung der Beteiligten in der Form der Auflassung, also beim Notar, und durch Eintragung ins Grundbuch (§ 4 WEG). Für eine neue Wohnung braucht es außerdem einen Aufteilungsplan und eine Bescheinigung der Baubehörde, dass die Wohnung in sich abgeschlossen ist (§ 7 Abs. 4 WEG, § 3 Abs. 3 WEG).

Wie viel Wohnfläche bringt der Ausbau?

Unter der Schräge zählt nicht jeder Quadratmeter Grundfläche als Wohnfläche. Nach der Wohnflächenverordnung werden Flächen mit mindestens 2 m lichter Höhe voll angerechnet, Flächen zwischen 1 und 2 m zur Hälfte und Flächen unter 1 m gar nicht (§ 4 WoFlV). Ein Raum mit 20 m² Grundfläche, davon 12 m² über 2 m hoch, 6 m² zwischen 1 und 2 m und 2 m² darunter, hat demnach 15 m² Wohnfläche.

Das ist wichtig für die Rechnung, ob sich der Ausbau lohnt, und beim Kauf, wenn ein Exposé die Grundfläche des Dachgeschosses als Wohnfläche nennt. Die Raumhöhe nach Bauordnung und die Wohnfläche nach WoFlV sind zwei verschiedene Maßstäbe, die Sie beide brauchen.

Partnerangebot: Die Leistungen erbringt die Nutzuu GmbH, ein Architekturbüro aus Karlsruhe. Beauftragen Sie dort, erhält Immobilienwerk eine Provision, Ihr Preis bleibt derselbe. Preise inkl. MwSt., Stand 09/2026, verbindlich ist das Angebot von Nutzuu.

Was kostet ein Dachgeschossausbau?

Für Dachausbauten gibt es keine amtliche Kostenstatistik, und die Werte in Portalen sind meist nicht nachvollziehbar belegt. Wir nennen deshalb keine Spanne je Quadratmeter. Die Kosten hängen weniger an der Fläche als am Zustand von Dach und Dachstuhl und daran, ob Gauben, eine neue Treppe und ein Bad dazukommen.

Holen Sie für jeden dieser Blöcke ein eigenes Angebot ein. Dann sehen Sie, welche Posten fehlen, und können Förderung und Finanzierung genau planen.

  • ·Planung und Nachweise: Architekt, Tragwerksplaner, Brandschutz- und Wärmeschutznachweis, Energieberater
  • ·Behörde: Gebühren für Genehmigung, Genehmigungsfreistellung oder Anzeige
  • ·Dach: Dämmung, gegebenenfalls neue Eindeckung, Reparaturen am Dachstuhl
  • ·Gauben und Fenster: Dachflächenfenster, Gauben, Rettungsfenster
  • ·Treppe: neue Treppe und der Eingriff in das Geschoss darunter
  • ·Innenausbau: Trockenbau, Estrich, Bodenbeläge, Türen, Malerarbeiten
  • ·Haustechnik: Heizung, Elektro, Wasser und Abwasser, gegebenenfalls Bad
  • ·Nebenkosten: Gerüst, Entsorgung, Baustrom, Rücklage für Unvorhergesehenes

Sanierungsrechner: Dämmung, Kosten und Ersparnis

Welche Förderung gibt es für die Dämmung?

Das BAFA fördert in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) die Dämmung von Dachflächen und Geschossdecken sowie neue Fenster. Der Grundfördersatz beträgt 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Höchstens 30.000 Euro für die erste Wohneinheit sind förderfähig, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 60.000 Euro. Den iSFP-Bonus von 5 Prozent gibt es bei einem Haus mit einer Wohneinheit erst ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben und nur auf den Betrag darüber. Der Bauantrag oder die Bauanzeige des Gebäudes muss mindestens fünf Jahre zurückliegen, und ein Energieeffizienz-Experte muss eingebunden werden.

Laut Infoblatt des BAFA (Version 09/2026) ist der Ausbau vormals unbeheizter Räume, etwa ein Dachgeschossausbau, als Sanierung förderfähig. Entsteht dabei eine ganz neue Wohneinheit, wird sie in der BEG EM gefördert, nicht aber in der Effizienzhaus-Förderung. Zum Antrag muss schon ein Vertrag mit dem Fachbetrieb vorliegen, der von der Förderzusage abhängt. Wer nach dem Antrag, aber vor dem Bescheid beginnt, tut das auf eigenes Risiko.

Zusätzlich zu einem bewilligten Zuschuss vergibt die KfW einen Ergänzungskredit (358 und 359) bis 120.000 Euro je Wohneinheit, beantragt über eine Bank oder einen Finanzvermittler. Wer selbst im Haus wohnt, kann für die Dämmung von Dachflächen statt der Förderung auch die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen: 20 Prozent der Kosten verteilt auf drei Jahre, höchstens 40.000 Euro Steuerermäßigung je Objekt, für Gebäude über zehn Jahre und Maßnahmen, die vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind. Beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht.

Förderkompass: passende Programme finden

Modernisierungskredit oder Baufinanzierung?

Für kleinere Beträge bieten Banken Modernisierungskredite an, meist ohne Eintrag ins Grundbuch. Das geht oft schneller, weil keine Grundschuld bestellt wird. Vergleichen Sie Zins, Laufzeit und Monatsrate trotzdem mit einem Darlehen mit Grundschuld. Für Ratenkredite gilt der gesetzliche Hinweis: Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld.

Bei größeren Ausbauten mit Gauben, Treppe und Bad kommt eher eine Baufinanzierung mit Grundschuld in Frage. Die Bank bewertet dabei auch das Haus. Fragen Sie, ob eine schon eingetragene Grundschuld genutzt werden kann, denn eine neue kostet Notar und Grundbuchamt. Planen Sie Förderkredit, Zuschuss und Bankdarlehen gemeinsam, damit Auszahlungen und Rechnungen zusammenpassen.

Baufinanzierung: Ablauf und Unterlagen

Steigert ein ausgebautes Dachgeschoss den Wert?

Zusätzliche Wohnfläche erhöht in der Regel den Wert eines Hauses, aber nur, wenn sie genehmigt ist, die Vorschriften erfüllt und gut nutzbar ist. Ein niedriges Dachzimmer mit kleinen Fenstern und steiler Treppe bringt weniger als ein heller Raum mit Gauben. Eine neue, abgeschlossene Wohnung kann vermietet oder später getrennt verkauft werden.

Ein Ausbau ohne Genehmigung kann den Wert dagegen mindern, weil Käufer und Banken das Risiko einpreisen. Wie viel ein Ausbau in Ihrer Lage tatsächlich bringt, lässt sich nur am konkreten Objekt einschätzen.

Objekteinwertung: was Ihr Haus wert ist

Worauf achten Käufer, wenn das Dach schon ausgebaut ist?

Viele Dachgeschosse wurden irgendwann ausgebaut, ohne dass ein Antrag gestellt wurde. Wird ein Raum entgegen den Vorschriften genutzt, kann die Bauaufsicht die Nutzung untersagen (§ 80 MBO), und das trifft dann den neuen Eigentümer. Ob ein Ausbau Bestandsschutz genießt, ist eine Frage des Einzelfalls. Verlassen Sie sich nicht auf die Aussage, das sei schon immer so gewesen.

Fordern Sie deshalb Einsicht in die Bauakte. Die Bauaufsicht verlangt dafür ein berechtigtes Interesse, als Kaufinteressent brauchen Sie in Berlin etwa eine Vollmacht des Eigentümers. Vergleichen Sie die genehmigten Pläne mit dem, was Sie besichtigen. Steht im Plan „Dachboden“, im Exposé aber „Kinderzimmer“, gehört das vor dem Notartermin geklärt. Rechnen Sie die Wohnfläche nach WoFlV nach und fragen Sie Ihre Bank früh, wie sie eine nicht genehmigte Fläche bewertet.

Bei Eigentumswohnungen prüfen Sie zusätzlich Grundbuch, Teilungserklärung und Aufteilungsplan. Gehört das Dachgeschoss nicht ausdrücklich zur Wohnung, ist es Gemeinschaftseigentum, auch wenn der Verkäufer es seit Jahren allein nutzt.

Partnerangebot: Die Leistungen erbringt die Nutzuu GmbH, ein Architekturbüro aus Karlsruhe. Beauftragen Sie dort, erhält Immobilienwerk eine Provision, Ihr Preis bleibt derselbe. Preise inkl. MwSt., Stand 09/2026, verbindlich ist das Angebot von Nutzuu.

Alle Prüfpunkte für die Besichtigung

Quellen

  1. 1.Bauministerkonferenz: Musterbauordnung, zuletzt geändert durch Beschluss vom 26./27.09.2024
  2. 2.Bayerische Bauordnung, Art. 57 Verfahrensfreie Bauvorhaben
  3. 3.Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: Synopse zur Änderung der BauO Bln (Siebtes Änderungsgesetz vom 21.01.2026)
  4. 4.Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 39 Erweiterung und Ausbau
  5. 5.Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), § 36 Änderung bestehender Gebäude
  6. 6.Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), Anlage 7 Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten
  7. 7.Wohnungseigentumsgesetz, § 4 Formvorschriften
  8. 8.Wohnungseigentumsgesetz, § 7 Grundbuchvorschriften
  9. 9.Wohnungseigentumsgesetz, § 20 Bauliche Veränderungen
  10. 10.Wohnflächenverordnung, § 4 Anrechnung der Grundflächen
  11. 11.BAFA: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  12. 12.BAFA: Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0 (09/2026)
  13. 13.BAFA: Allgemeines Merkblatt zur Antragstellung BEG EM (Juli 2026)
  14. 14.KfW: Ergänzungskredit für Wohngebäude (358, 359)
  15. 15.Einkommensteuergesetz, § 35c Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen
  16. 16.Verbraucherzentrale: Wärmedämmung für Dach, Fassade und Keller (Stand 28.09.2026)
  17. 17.Verbraucherzentrale: Ein veränderter Grundriss schafft neue Perspektiven (Stand 31.07.2026)
  18. 18.Service-Portal Berlin: Bauaktenarchiv, Einsicht in Bauakten nehmen

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Zahlen und Rechtsstand wie oben angegeben.

Kostenlos, mit Kaufstart-Report als Dankeschön

Vom Lesen ins Machen

Kostenloses Konto anlegen und mit allen Werkzeugen durch den gesamten Kauf gehen. Als Dankeschön für die Bestätigung gibt es den persönlichen Kaufstart-Report.

  • Fünf Phasen mit Aufgaben und Stand
  • Rund 40 Werkzeuge vom Budget bis zum Einzug
  • Zinsalarm und Förderkompass
  • Direkter Draht zu Ihrem Berater