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Wohnungsbesichtigung: Worauf Sie wirklich achten müssen

5. Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit

Drei Personen besichtigen eine leere Altbauwohnung

Fünfzehn Minuten Besichtigung für eine Entscheidung über Hunderttausende Euro: Das ist die Realität in gefragten Lagen. Umso wichtiger, dass Sie in dieser Zeit die richtigen Dinge prüfen, statt sich vom frisch gestrichenen Flur blenden zu lassen.

Vor dem Termin: Unterlagen anfordern

Die Besichtigung beginnt am Schreibtisch. Fordern Sie vorab Grundriss, Energieausweis, bei Wohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Wirtschaftsplan und die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen an. Wer diese Unterlagen nicht herausgibt, hat meist einen Grund.

In den Protokollen stehen die Themen, über die beim Termin niemand spricht: Streit in der Eigentümergemeinschaft, verschobene Sanierungen, geplante Sonderumlagen.

Die fünf teuersten Warnsignale

  • 1.Feuchte Keller: muffiger Geruch, Salzausblühungen oder frisch gestrichene Kellerwände deuten auf Abdichtungsprobleme, deren Sanierung schnell fünfstellig wird.
  • 2.Altes Dach: Eindeckung über 40 Jahre plus Feuchteflecken im Dachstuhl bedeutet realistisch 20.000 bis 60.000 € beim Haus.
  • 3.Elektrik aus den 60ern: zwei Sicherungen für die ganze Wohnung, keine FI-Schalter, Stoffkabel. Komplettsanierung einplanen.
  • 4.Einrohrheizung oder Anlage über 25 Jahre: Austausch und mögliche Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes einkalkulieren.
  • 5.Leere Instandhaltungsrücklage bei gleichzeitig sichtbarem Sanierungsstau am Gemeinschaftseigentum: Hier zahlen die neuen Eigentümer.

Beim Termin: System schlägt Bauchgefühl

Gehen Sie jede Besichtigung in derselben Reihenfolge durch: außen (Fassade, Dach, Fenster), Gemeinschaftsflächen (Treppenhaus, Keller), dann erst die Wohnung selbst. Fotografieren Sie systematisch, auch die unspektakulären Ecken. Nach der dritten Besichtigung verschwimmen die Objekte sonst.

Stellen Sie unbequeme Fragen: Warum wird verkauft? Welche Sanierungen sind beschlossen? Gab es Wasserschäden? Die Reaktion ist oft aufschlussreicher als die Antwort.

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Nach dem Termin: Bewerten und vergleichen

Notieren Sie direkt nach dem Termin Zustand, Mängel und offene Fragen, solange die Eindrücke frisch sind. Bewerten Sie jedes Objekt nach denselben Kriterien, sonst vergleichen Sie am Ende Äpfel mit Erinnerungen.

Bei ernsthaftem Interesse folgt die Detailprüfung: Einwertung des Kaufpreises, Unterlagen-Check und gegebenenfalls ein Bausachverständiger. Diese wenigen hundert Euro sind die beste Versicherung gegen einen sechsstelligen Fehlkauf.